Rom zu Fuß · Walking in Rom · So machen Sie es richtig

Es wird immer viel über den Verkehr in Rom geredet, aber in Wirklichkeit ist Rom eine Stadt für Fußgänger. Im Stadtzentrum gibt es Verkehrs­beschränkungen und die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist oft umständlich oder sogar unmöglich. Die vorwiegende Fortbewegungsart in Rom ist daher zu Fuß.

Straßen und Gassen in Rom haben sich in den Jahrtausenden entwickelt und folgen keiner greifbaren Logik. Verwinkelte Gassen winden sich um antike Überreste und mittelalterliche Paläste. Bauherren und Architekten wollten mit ihrer Macht und ihrer Kunst beeindrucken und sie bemühten sich, Überraschungs­effekte zu erzielen. So gehen Sie durch eine kleine Gasse und stehen plötzlich vor dem Trevi Brunnen oder auf der Piazza Navona.

Hier gebe ich Ihnen eine Orientierungs­hilfe und einige Tipps und Routen, wie Sie sich Rom am besten erwandern.

Kleidung und Ausrüstung

Wenn Sie in Rom zu Fuß unterwegs sind, brauchen Sie gutes Schuhwerk. In Rom gibt es viel Steinpflaster, die Bürgersteige sind uneben und löchrig. Mit hohen Absätzen sind Sie da gefährlich unterwegs und auch Sandalen sind unbequem. Gut gerüstet für den Besuch von sakralen Stätten sind Sie, wenn Ihre Kleidung die Knie bedeckt. Das gilt sowohl für Röcke wie für kurze Hosen. Auch die Schultern müssen bedeckt sein, dazu genügt ein Pareo. Außerdem sollten Sie einen Sonnenschutz dabei haben, einen Hut, eine Kappe oder einen Sonnenschirm.

Insbesondere an heißen Tagen sollten Sie eine Wasser­flasche dabei haben. In Rom gibt es überall Brunnen, an denen Sie die Flasche wieder auffüllen können.

Stadtführungen

Eine gute Möglichkeit, Rom kennenzulernen, sind geführte Touren. Es gibt zahlreiche Führungen, bei denen Sie das antike Rom oder die Monumente im Zentrum in wenigen Stunden zu Fuß kennelernen können. Der Führer zeight Ihnen die Highlights und gibt Erklärungen. Er bringt Sie auf dem besten Weg durch die verwinkelten Gassen Roms, in denen man sich leicht verlaufen kann.

Kostenlose Führungen werden vom Veranstalter Big Bus angeboten, wenn Sie ein Ticket für den Hop on hop off Bus kaufen. Big Bus bietet die folgenden Führungen für ihre Passagiere kostenlos an:

  • Die Umgebung des Vatikans und der Petersplatz
  • Vom Kapitol zum Kolosseum
  • Pantheon und Piazza Navona
  • Von Piazza Barberini zur Spanischen Treppe

Stadtwanderungen

Gute Ausgangspunkte für eine Stadtwanderung in Rom sind die Metro­stationen der Linie B, Kolosseum, Zirkus Maximus, Pyramide, San Paolo.

Am Tiber

Tiber Radweg
Radweg am Tiberufer

Das Tiberufer ist ideal für Spaziergänger, Wanderer, Jogger und Fahrradfahrer, um die Stadt ohne Verkehrslärm und Abgase zu durchqueren. Beginnend von der Marconibrücke bei der Basilika St. Paul (Metro B Station San Paolo) im Süden ist das orographisch rechte Ufer durchgängig begehbar und befahrbar bis in den Norden Roms. Bei vielen Brücken finden Sie die Möglichkeit, über Rampen oder Treppen vom Flussufer aufzusteigen. Im Norden Roms können Sie auch ab dem Bahnhof Tor di Quinto ins Stadtzentrum zurückfahren.

Pyramide und Testaccio

Ausländerfriedhof Pyramide
Blick vom Ausländerfriedhof auf die Pyramide

Hinter der Pyramide (Metrolinie B) befindet sich der Friedhof der Nichtkatholiken (cimitero acattolico). Hier ruhen viele Persönlichkeiten aus aller Welt, auch August von Goethe.

Ausländerfriedhof Grab Goethe Filius
Grab von Goethes Sohn, dahinter die Stadtmauer

Dahinter liegt das Quartier Testaccio mit einem Hügel aus Tonscherben, der in der Antike aus weggeworfenen Tongefäßen entstanden ist. Hier wurden am Tiberufer Lebensmittel aus Übersee abgeladen. Der Testaccio hat daher schon seit Jahrtausenden mit Lebensmitteln zu tun und ist auch heute ein Zentrum der Gastronomie in Rom.

Testaccio Markt Stand
Marktstand am Testaccio

Um den Hügel schmiegen sich Diskotheken und gegenüber liegt die Markthalle des Quartiers mit einer famosen Paninothek, Street Food und malerischen Marktständen.

Im ehemaligen zentralen römischen Schlachthof befindet sich heute ein Kulturzentrum und daneben eine Filiale des Museums Macro für zeitgenössische Kunst.

Der Aventin

Cavalieri Malta Schlüsselloch
Schlüsselloch am Eingang des Malteserordens

Eine sehr ruhige Gegend ist der Aventin. Sie können zum Beispiel von der Pyramide kommend über die Via di Porta Lavernale nach Sant Anselmo aufsteigen. Am Platz des Malteser­ordens gibt es ein berühmtes Schlüsselloch, durch das Sie direkt auf die Peterskuppel blicken können. Das Spektakel zu fotografieren ist ein besonderes Kunststück.

Die Basilika Santa Sabina geht in ihren Ursprüngen bis ins 4. Jahrhundert zurück, die danebenliegende Basilika SS. Bonifacio e Alessio auf das 5. Jahrhundert. Beide Basiliken wie auch San Anselmo sind beliebte Kirchen für die Hochzeit. Mehr dazu habe ich in meinem Artikel Heiraten in Rom geschrieben.

Nach der Besichtigung der Kirchen und der schönen Aussichtspunkte, vor allem dem Orangengarten, können Sie zum Zirkus Maximus heruntergehen. Von Anfang Mai bis Mitte Juni können Sie auf dem Weg dorthin den Rosengarten der Gemeinde Rom besuchen. Er ist auch noch mal im Spätherbst geöffnet.

Tourvorschlag Aventin und Testaccio an einem Vormittag>

Zirkus Maximus

Wandern in Rom Tiberinsel
Die Tiberinsel

Vom Zirkus Maximus aus, können Sie verschiedene Richtungen einschlagen. Wenn Sie die Station der Metro als Bezugspunkt nehmen, gehen Sie in Richtung Tiber zur Kirche Santa Maria in Cosmedin mit der Bocca della Verità und weiter zum Ghetto und der Tiberinsel.

Von der Metrostation aus können Sie am Ende der Via di San Gregorio den Bogen des Konstantin sehen. Dahinter liegt das Kolosseum. Links von der Via di San Gregorio erhebt sich der Palatin, auf der rechten Seite erhebt sich der Celio mit der Villa Celimontana.

Vom Zirkus Maximus aus in südöstlicher Richtung kommen Sie zu den Thermen des Caracalla und weiter durch die Porta San Sebastiano zur Via Appia Antica.

Der Celio

Basilica Giovanni e Paolo Salita
Stützmauern der Basilika Johannes und Paulus

Wenn Sie sich für den Celio entscheiden, ist der Anstieg gegenüber vom Zirkus Maximus sehr schön, rechts von den Gleisen der Straßenbahn, über die Salita di San Gregorio.

Basilica Giovanni e Paolo interno
Innenraum der Basilika der Märtyrer Johannes und Paulus

Sie kommen an der Kirche des heiligen Gregor vorbei und finden anschließend in der Steigung links die Basilika der heiligen Märtyrer Johannes und Paulus, in den Grundmauern aus dem 4. Jahrhundert.

Unter der Basilika kann der Ort besichtigt werden, an dem die beiden gewohnt haben sollen. Zwischen der Basilika und dem Turm befindet sich ein Tor, das vom Küster der Basilika geöffnet wird. Dahinter kann man in Gewölbe von Räumen hinunterschauen, die der Versorgung des Kolosseums dienten. Die Basilika ist die Hauptkirche des katholischen Passionistenordens. 

Celio Uscita via S Paolo della Croce
Durchgang zur Via della Navicella

Oberhalb des Platzes der Basilika befindet sich rechts der Eingang zur leider sehr vernachlässigten Villa Celimontana.

Celio Villa Celimontana
Villa Celimontana

Der Anstieg endet an der Via della Navicella. Nach rechts gehen Sie zur interessanten Rundkirche Santo Stefano Rotondo aus dem 5. Jahrhundert. Sie zeigt Parallelen mit der Anastasis der Grabeskirche in Jerusalem.

Von der Via Navicella aus links kommen Sie zum Kolosseum, geradeaus gehen Sie am Militärkrankenhaus vorbei und durch die Via Celimontana zur Via di San Giovanni in Laterano, auf der Sie rechts zur Basilika des heiligen Clemens und nach San Giovanni weitergehen können.

Tourvorschlag Caelius und Oppius Hügel an einem Nachmittag>

Ghetto, Campo de‘ Fiori, Trastevere und Gianicolo

Synagoge Rom
Die Synagoge

Vom Ghetto kommt man über die verkehrsberuhigte Via dei Giubbonari zum Campo de‘ Fiori. Links vom Campo de‘ Fiori befindet sich Palazzo Farnese mit der französischen Botschaft, geradeaus geht es zum Vatikan und rechts zur Piazza Navona.

Zwischen Via dell’Arco del Monte und Piazza Farnese liegt der Palazzo Spada. Vom Innenhof, der frei zugänglich ist, kann man den „geheimen Garten“ sehen.

Galerie Spada optische Täuschung Borromini
Säulengang des Borromini

Hier befindet sich ein Kunstwerk des Barock, eine optische Täuschung: der Säulengang, der von Borromini für den Kardinal Bernardino Spada im Jahr 1653 errichtet wurde. Optisch scheint der Säulengang rund 35 m lang zu sein, tatsächlich hat er nur 8,82 m. Entsprechend erscheint die Figur des römischen Kriegers weitaus größer als sie tatsächlich ist.

Von Via dei Giubbonari zweigt die Via dell’Arco del Monte ab. Weiter über die Sixtus-Brücke Ponte Sisto kommen Sie nach Trastevere und von dort über die Via Garibaldi zum Gianicolo, einem weiteren Aussichtspunkt, und weiter zur Villa Pamphili. Auf der anderen Seite des Gianicolo können Sie zum Vatikan hinuntergehen.

Ponte Sisto Acqua Paola
Blick auf Ponte Sisto und Trastevere mit den Paola Brunnen

Vor der Sixtus-Brücke rechts (oder von Trastevere kommend nach der Sixtus-Brücke links) beginnt die sehr malerische Via Giulia. Sie führt an der Rückseite des Palazzo Farnese vobei und endet am Corso Vittorio Emanuele II. Auf der Vorderseite des Palazzo Farnese können Sie die Via di Montserrato nehmen. Die Straße wird zur Via dei Banchi Vecchi und nach der Überquerung des Corso Vittorio Emanuele führt Sie die Via del Banco di Santo Spirito zur Engelsbrücke.

Vom Vatikan ins Zentrum

Die verkehrsberuhigte Strecke vom Vatikan in die Stadt geht über die Engelsbrücke und durch die Via dei Coronari zur Piazza Navona. Eine andere viel befahrene Strecke führt von der Piazza del Risorgimento über die Einkaufsstraße Cola di Rienzo zur Piazza del Popolo.

Der Monumentalfriedhof Verano

Panorama Cimitero monumentale Verano
Eine Abteilung des Monumentalfriedhofs Verano

Ein etwas außergewöhnlicher Vorschlag zum Wandern in Rom ist der Monumentalfriedhof Verano. Diese in die Landschaft hineingebaute Totenstadt befindet sich hinter der Basilika des heiligen Lorenz. Sie können sie mit den Tramlinien 3 und 19 erreichen.

Der Verano mit seinen Bauten und Inschriften bietet sich für zeit- und kulturgeschichtliche Studien an und man kann stundenlange Spaziergänge unternehmen, ohne dass einem langweilig wird. Von diesen Bildern hat sich der Kupferstecher Giovanni Battista Piranesi möglicherweise inspirieren lassen bei seiner phantasievollen Darstellung einer antiken Totenstadt an der Via Appia.

Via Appia Antica

Wandern in Rom Appia Antica Cecilia Metella
Via Appia Antica mit dem Grab der Cecilia Metella

Der Park der Appia Antica bietet sich für lange und ausgiebige Wanderungen an.

Die Via Appia war eine der wichtigsten Militärstraßen der Antike. Sie führt von Rom nach Brindisi und von dort schiffte man sich nach Griechenland ein. Noch heute sind weite Teile der Straße erhalten. In Rom führt die Via Appia Antica von der Porta di San Sebastiano nach Ciampino. Sie ist ab dem Mausoleum der Cecilia Metella verkehrsberuhigt.

Auf der Appia Antica kann man auf ebener Strecke rund 15 Kilometer bis Santa Maria delle Mole gehen und von dort mit dem Zug nach Rom zurückfahren.

In Rom erreichen Sie die Appia Antica am Besten mit dem Bus 118 von Piazza Venezia, mit dem Bus 218 von San Giovanni oder zu Fuß vom Zirkus Maximus vorbei an den Thermen des Caracalla und über die Via di Porta San Sebastiano. Appia Antica und Katakomben

Roma EUR

Wandern in Rom EUR
Blick auf die Kirche der heiligen Peter und Paul im EUR

Das Viertel EUR im Süden Roms wurde ab dem Jahr 1938 anlässlich der für das Jahr 1942 geplanten Weltausstellung errichtet, die dann jedoch wegen der Kriegswirren nicht stattfand. Der Name EUR ist die Abkürzung für Esposizione Univerale di Roma, Römische Universelle Ausstellung.

Im Zentrum liegt ein künstlicher See sowie Parkanlagen, die sich bis zur Mehrzweckhalle Palalottomatica hinziehen.

Im EUR lässt sich einiges an faschistischer Architektur besichtigen.

Villen und Parks

Rom gehört zu den grünsten Städten Europas. Vermögende römische Familien standen untereinander im Wettbewerb um die schönsten Paläste und um die schönsten Parks. Hierzu finden Sie weitere Informationen in meinem Artikel Parks und Villen.

Ans Meer

Wenn Sie ans Meer möchten, nehmen Sie die Bahnlinie von der Pyramide nach Ostia. Sie führt an Ostia Antica vorbei ans Meer und verläuft dann ein Stück der Küste entlang. Sie kommen also leicht ans Meer und können am Strand entlangwandern, einen guten Fisch essen und sich in die Sonne legen.

In Italien ist das Meeresufer immer öffentlich zugänglich. Sie können am Ufer entlang auch vor Badeanstalten durchgehen. Für den Zugang zum Meer gibt es außerhalb der Badeanstalten freie Zugänge. Lesen Sie auch Tagesausflug nach Ostia

Vom Oppius Hügel Colle Oppio zum Vatikan

In meiner Fotogalerie finden Sie Bilder von einem Winterspaziergang in Rom zur Weihnachtszeit vom Colle Oppio – unter dem sich Neros Domus Aurea befindet – über Piazza Venezia und Piazza Navona zum Petersdom und zurück über Campo de‘ Fiori.


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