Kolosseum am Abend

Das Kolosseum · Eintritt · Öffnungszeiten

Warum Ihr Kolosseum, Forum Romanum und Palatin online buchen solltet

Kolosseum, Forum Romanum und Palatin werden jährlich von mehr als 6 Millionen Menschen besucht. Im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen findet Ihr am Eingang zum Kolosseum Sicherheitskontrollen. Außerdem dürfen sich im Kolosseum nicht mehr als 3.000 Besucher gleichzeitig aufhalten. Beim Erreichen dieser Besucherzahl wird der Eingang vorübergehend gesperrt.
Beim Kolosseum und beim Forum Romanum findet Ihr lange Warteschlangen an den Kassen. Um keine lange Wartezeit zu riskieren, empfehlen wir Euch die vorherige Buchung der Tickets.

Warteschlangen vermeiden · Bevorzugter Eintritt

Group entrance at the Colosseum
Gruppeneingang beim Kolosseum

Das Kolosseum verfügt über einen Eingang für Einzelbesucher und über einen Eingang für Gruppen. Am Gruppeneingang gibt es kaum Wartezeit.

Am Eingang für Einzelbesucher gibt es drei Reihen: ganz rechts, wenn Ihr noch das Ticket kaufen müsst, in der Mitte, wenn Ihr reservierte Tickets an der Kasse umtauschen müsst und links, wenn Ihr bereits ein Ticket habt oder den bevorzugten Eintritt mit dem Roma Pass oder einem anderen City Pass.

Queue at the colosseum
Warteschlange am Kolosseum

Am schnellsten kommt Ihr mit einer Gruppe ins Kolosseum und auch mit dem Roma Pass oder wenn Ihr bereits eine Eintrittskarte habt, geht es zügig. Etwas länger dauert es, wenn Ihr Eure Reservierung an der dafür vorgesehenene Kasse einlösen müsst. Am längsten müsst Ihr warten, wenn Ihr die Eintrittskarte erst noch kaufen müsst.

Bevorzugter Eintritt am ersten Sonntag im Monat

Individual visitors entrance at the coliseum
Der Eingang für Einzelbesucher am Kolosseum

Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt zum Kolosseum frei und entsprechend lang sind die Warteschlangen. An diesen Tagen bringt Euch der Roma Pass oder Reservierungen beim Kolosseum keinen Vorteil. Ihr müsst zwar nicht die ganze Warteschlange machen, aber auch auf dem letzten Stück vor der Sicherheitskontrolle gibt am ersten Sonntag lange Wartezeiten. Wenn Ihr mit dem Roma Pass hineingeht, wird Euch ein Museumseintritt entwertet, obwohl Ihr freien Eintritt haben könntet. Wir raten Euch daher davon ab, am ersten Sonntag im Monat das Kolosseum mit dem Roma Pass zu besuchen.

Kolosseum · Eintritt

Das Ticket für das Kolosseum, mit Ausnahme des Tickets der Nachtführung, ist am gleichen Tag und dem darauf folgenden Tag auch für den Besuch des Forum Romanum mit dem Palatin gültig.

Bis zum 18. Lebensjahr ist der Eintritt zum Kolosseum, dem Forum Romanum und dem Palatin frei. Ihr zahlt auf unserer Seite nur die Buchungsgebühr und die Zusatzleistungen wie Audioguide oder den bevorzugten Einlass mit VIP-Ticket. EU-Bürger bis zum 25. Lebensjahr zahlen reduzierten Eintritt. Mit der Online Buchung spart Ihr wertvolle Zeit an den Kassen. Mit dem VIP-Ticket und bei den Führungen genießt Ihr zusätzlich bevorzugten Eintritt.

 


Bei allen Tickets und Führungen müsst Ihr zum angegebenen Termin unbedingt pünktlich da sein. Da die Zeitfenster für den Zugang zum Kolosseum streng geregelt sind, können die Führer nicht auf Euch warten.

Auch für Inhaber von den Ciy Pässen wie Omnia Card und Roma Pass gibt es einen bevorzugten Einlass zu Kolosseum, Forum Romanum, PalatinSkip the line“. Auch mit den City Pässen zählt der Besuch von Kolosseum, Forum Romanum und Palatin als ein Eintritt. Ihr könnt also einmal das Kolosseum besuchen und einmal das Gebiet von Forum Romanum und Palatin und die beiden Besuche zählen als ein Museumseintritt.

 

Kolosseum in der Nacht · „La Luna sul  Colosseo“

Von Mitte März bis Ende Dezember wird das Kolosseum in der Nacht für Führungen geöffnet. Die Führungen haben eine Dauer von 75 Minuten und müssen reserviert werden. Da diese Führungen schnell ausgebucht sind, empfehlen wir, rechtzeitig zu reservieren.

 

Das Kolosseum

Das Kolosseum befindet sich am Rand des archäologischen Gebiets des Palatins und des Forum Romanum. Es ist das größte Amphitheater der Welt und wurde von Kaiser Vespasian ab dem Jahr 72 n. Chr. errichtet. Zuvor befand sich hier ein künstlicher See, der zu Neros Kaiserpalast Domus Aurea gehörte. Es wurde bis zum 5. Jahrhundert für Spiele, Schaukämpfe und Tierhetze verwendet. Seit dem Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert diente das Kolosseum als Steinbruch für den Bau von Kirchen und Palästen.

Kolosseum · Öffnungszeiten

Das Kolosseum ist ganzjährig geöffnet und schließt nur am 1. Januar und am 25. Dezember.

Das Kolosseum öffnet um 8:30 morgens. Letzter Eintritt ist eine Stunde vor der Schließung. Das Kolosseum schließt:

  • vom letzten Sonntag im Oktober – 15. Februar: 16:30
  • 16. Februar – 15. März: 17:00
  • 16. März bis zum letzten Samstag im März: 17:30
  • Vom letzten Sonntag im März bis 31. August: 19:15
  • 1. September – 30. September: 19:00
  • 1. Oktober bs zum letzten Samstag im Oktober: 18:30

 

von Heinz-Jürgen Beste, DAI Rom

Geschichte und Geschehen im Kolosseum

Die Römer liebten ihre Spiele: Tausende strömten an den Spieltagen in die riesige Arena, um Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe zu verfolgen. Es war ein blutiges Vergnügen. Der Tod war allgegenwärtig, wenn auch nicht jeder Kampf letal endete. Schließlich kostete die Ausbildung der Gladiatoren Zeit und Geld, das gut investiert sein wollte. Der Aufwand, den die Kaiser als Spielgeber trieben, ist noch für heutige Verhältnisse immens: Für manche Feiern, die mehrere Tage dauern konnten, ließen sie hunderte wilder Tiere aus allen Gegenden des Reiches herantransportieren. Elenfanten und Bären, Rehe, Antilopen, Wildschweine und Wölfe …

So brutal die Spiele waren, so wohldurchdacht war ihr Ablauf und so raffiniert die Infrastruktur, die die Umsetzung der Shows erst ermöglichte. Schätzungsweise bis zu 50.000 Menschen fanden auf den Rängen des flavischen Amphitheaters Platz. Ein ausgeklügeltes Wegesystem sorgte dafür, dass die Menschenmengen reibungslos auf die Ränge und nach Ende der Vorstellung ebenso zügig ins Freie gelangten.

Das Vergnügen der einen war die Arbeit der anderen. Hunderte Sklaven und Arbeiter hatten im Hintergrund dafür zu sorgen, dass die Vorstellung reibungslos über die Bühne ging. Dabei half ein ausgeklügeltes Aufzugsystem.

Die antiken Schriftsteller berichten wiederholt, dass Tiere und Kämpfer wie aus dem Nichts in der Arena erschienen seien. Forscher vermuteten daher schon lange, dass es im Untergeschoss des Kolosseums Aufzüge gegeben haben müsse, mit dem sogar ganze Bühnenbilder nach oben befördert werden konnten.
In den letzten Jahren untersuchten Archäologen und Bauforscher des Archäologischen Denkmalamtes der Stadt Rom und des Deutschen Archäologischen Institutes eingehend das gesamte Untergeschoss. Dabei gelang es, einige Geheimnisse der Aufzüge ans Licht zu bringen.

Da es Dampf- und Elektroantrieb noch nicht gab, andererseits Muskelkraft  preisgünstig zur Verfügung stand, wurden die Aufzüge über Seilwinden angetrieben. Damit die Aufzüge nicht den Blick auf die Arena verstellten, wurden die Aufzugkabinen nur bis unter den Arenenboden hochgezogen werden. Die letzten Meter legten die Tiere über Rampen zurück, die aus dem Arenaboden mittels Gegengewichten heruntergeklappt werden konnten.

Lange waren die Aufzugsanlagen aus der ersten Phase nicht in Betrieb. Einige Jahre nach Eröffnung musste an der Statik der die Arena tragenden Mauerzüge nachgebessert werden. Dabei wurden die Aufzüge in das Zentrum der Arena verlegt, wo sie weniger anfällig waren.

Geschichte des Kolosseums – Daten und Fakten

Das „flavische Amphitheater“, so der antike Name, entstand von 72 bis 80 n. Chr. Die Eröffnungsfeiern 80 n. dauerten angeblich 100 Tage: Neben Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen (bei denen 5.000 Tiere getötet worden sein sollen), wurden dabei sogar Seeschlachten nachgestellt.

Der elliptische Bau ist ca.188 m lang und 156 m breit, die Arena misst 86 m mal 54 m, das Untergeschoss 76 m x 44 m.

Die letzten Gladiatorenkämpfe fanden 434/5 n. Chr, und die letzte Tierhetze ist für das Jahr 523 n. Chr. überliefert. Die heute übliche Bezeichnung „Kolosseum“ stammt aus dem frühen Mittelalter.

 

Das Kolosseum

von Heinz-Jürgen Beste, Deutsche Archäölogisches Institut Rom

Das Flavische Amphitheater gehört zu den Höchstleistungen römischer Ingenieurbaukunst, wofür die gewaltigen Dimensionen, die kurze Bauzeit von weniger als zehn Jahren, das Fassungsvermögen von fünfzigtausend Zuschauern sowie die perfekte Organisation des Besucherstroms ein anschauliches Zeugnis ablegen. Der Bau prägte die Gestalt des römischen Amphitheaters nachhaltig, wie die großen Theater in Italien und in den Provinzen nach seinem Vorbild zeigen.

Nach dem Stadtbrand des Jahres 64 n. Ch. hatte Kaiser Nero das Gebiet zwischen Esquilin, Caelius und Palatin in seine private Parkanlage umgewandelt, die Domus Aurea. Während der Herrschaft von Kaiser Vespasian wurde dieses der Allgemeinheit zurückgegeben und mit öffentlichen Gebäuden bebaut, in deren Mittelpunkt das Kolosseum stand. Die Arbeiten begannen wohl in den Jahren 70 bis 72 n. Ch. Gladiatorenschulen, Depots für Waffen und Bühnendekoration und weitere Infrastruktur gehörten dazu. Eingeweiht wurde das Amphitheater im Jahr 80 n. Ch. von Kaiser Titus. Während der hunderttägigen Einweihungsfeier wurde neben Gladiatorenkämpfen und Tierhatzen auch eine Seeschlacht im Kolosseum veranstaltet. Fertig gestellt war die gesamte Anlage vermutlich in den neunziger Jahren des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. Die letzte überlieferte Tierhatz fand 523 n. Ch. statt und fortan diente der Bau weitgehend als Steinbruch. Der heutige Name Kolosseum entstand erst im achten Jahrhundert.

Die erste systematische Ausgrabung unternahm 1806 bis 1814 der römische Archäologe Carlo Fea. Wegen des hohen Grundwasserspiegels musste die Grabung bald eingestellt und wieder zugeschüttet werden. Erst 1874 bis 1876 war es möglich, den östlichen Teil des Untergeschosses freizulegen. Der bis dahin verschüttete westliche Teil wurde zwischen 1934 und 1938 ausgegraben, leider ohne jede Dokumentation. Bei der umfassenden Restaurierung im Zuge dieser Arbeiten ging ein großer Teil der antiken Bausubstanz verloren.

Bei unserer (DAI Rom) 1996 in Zusammenarbeit mit der Antikenverwaltung Rom begonnenen Untersuchung und Dokumentation des Podiums und des Untergeschosses konnten mehrere Bauphasen aus dem halben Jahrtausend der Nutzung unterschieden werden. Bisher lassen sich drei verschiedene Systeme lokalisieren, deren Installation zwischen dem Ende des 1. Jh. (81-96) und der Mitte des 4. Jh. n. Chr. anzusetzen sind. Zwei der Aufzugsysteme, diejenigen in den Korridoren B, F und H, gehören aufgrund bautechnischer Details zur Errichtungsphase des Kolosseums und können somit in die flavische Zeit datiert werden. Für den Korridor B konnte ein Aufzugsystem mit 28 Käfigen nachgewiesen werden, die dazu dienten, Tiere bis zur Größe einer Raubkatze oder eines Bären in die Arena zu transportieren. Die Korridoren F und H ergänzen das Aufzugsystem im Untergeschoß dahingehen, da dort ein System von 20 ca. 4 x 5 m großen beweglichen Plattformen installiert war, mit dessen Hilfe großformatige Dekorationen hochgezogen wurden, um bei einer Tierhatz (venationes) der nachgestellten Jagd den schaustellerischen Rahmen zu geben.

Aufgrund die durch einen Blitzschlag ausgelöste Brandkatastrophe im Kolosseum im Jahre 217 n. Chr., und die dadurch bedingten Wiederherstellungsarbeiten, die sich fast zwanzig Jahre hinzogen, war die Notwendigkeit gegeben, die Mauerzüge im Untergeschoß zu stabilisieren, wodurch die beiden bisherigen Aufzugsysteme unbrauchbar wurden. Insofern errichtete man in den Korridoren E und G ein neues Aufzugsystem mit dem gleich 60 Käfige bewegt werden konnten. Allerdings musste man wegen der räumlichen Enge in den Korridoren E und G das bisherige Aufzugsmodell – Winde, Aufzugskäfig, Winde, Aufzugskäfig etc. – aufgeben, und mehrere Käfige mit einer Winde hochziehen.

Über die Fokussierung auf die Funktion des Untergeschosses hinaus, konnten auch Aussagen zum Ort und Ablauf der bei der Einweihung aufgeführten Seeschlacht (Naumachie) und zur Aufteilung der Sitzränge für die Senatoren gemacht werden.

Dem Wunsch der Antikenbehörde nach Wiederherstellung des Arenabodens konnte bis zum Jahr 2000 in Zusammenarbeit mit der Universität La Sapienza entsprochen werden. Aus didaktischen und denkmalpflegerischen Gründen wurde nur etwa ein Siebtel der Gesamtfläche im Osten der Arena abgedeckt. Dieser Teil war durch die Grabung und anschließende Restaurierung von 1875 so stark zerstört, dass hier problemlos das neue Stützensystem auf die antiken Fundamente gesetzt werden konnten. Die Auseinandersetzung mit diesem Vorhaben ergab, dass der Boden der Arena in der Antike mindestens zweimal komplett erneuert, sein Laufniveau angehoben und seine hölzerne Konstruktion tiefgreifend verändert wurde.

Wie kommt Ihr zum Kolosseum

Ihr könnt das Kolosseum mit der Metrolinie B, der Tramlinie 3 und mit verschiedenen Buslinien erreichen. Die Busse der Stadtrundfahrten halten am Kolosseum. Zu Fuß erreicht Ihr das Kolosseum vom Zentrum kommend über Piazza Venezia und die Via dei Fori Imperiali.


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Letzte Änderung Okt 20, 2017 @ 17:27

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