Kolosseum · Eintritt · Öffnungszeiten · Warteschlangen vermeiden

Kolosseum · Das flavische Amphitheater

Das römische Kolosseum hieß ursprünglich Amphitheatrum Flavium, das flavische Amphitheater. Der Name Kolosseum wird auf eine kolossale Statue des Kaisers Nero zurückgeführt, die sich dort befand.

Kolosseum · Warum Sie online buchen sollten

Queue at the colosseum
Warteschlange am Kolosseum

Das Kolosseum, das flavische Amphitheater, wird jährlich von mehr als 6 Millionen Menschen besucht. Im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen finden Sie am Eingang zum Kolosseum Sicherheitskontrollen. Im Kolosseum dürfen sich nicht mehr als 3.000 Besucher gleichzeitig aufhalten. Beim Erreichen dieser Besucherzahl wird der Eingang vorübergehend gesperrt.

Beim Kolosseum findet man fast immer lange Warteschlangen an den Kassen. Um keine lange Wartezeit zu riskieren, empfehle ich daher die rechtzeitige vorherige Buchung der Tickets.

Beim Kolosseum laufen immer fliegende Händlern herum, die Führungen und bevorzugten Eintritt anbieten. Diese Angebote sind mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn Sie sich kurzfristig entscheiden, finden Sie zumeist noch Tickets im Internet.

Bitte beachten Sie!

  • Kaufen Sie Tickets, die Sie ausdrucken oder auf dem Mobiltelefon vorweisen können. Mit diesen Tickets können Sie direkt zum Eingang gehen und Sie müssen keinen Gutschein in ein Ticket umtauschen.
  • Die „offenen Tickets“ sind nur für Eintritt nach 14 Uhr gültig.
  • Bei den Tickets mit festgeleger Eintrittzeit ist eine maximale Verspätung von 15 Minuten erlaubt. Da man vorher die Sicherheitskontrolle passieren muss, sollte man 30 Minuten vor der festgelegten Eintrittzeit beim Kolosseum sein.
 

Kolosseum · Bevorzugter Eintritt – Warteschlangen vermeiden

Individual visitors entrance at the coliseum
Der Eingang für Einzelbesucher am Kolosseum

Das Kolosseum verfügt über drei Eingänge: Den Eingang für Einzelbesucher, den Eingang für Gruppen und auf der gegenüberliegenden Seite des Kolosseums den Eingang „Stern“, der direkt ebenerdig in die Arena führt. Der Eingang „Stern“ wird auch Gladiatorentor genannt.

Am Eingang für Einzelbesucher finden Sie immer eine Warteschlange. Das sind die Besucher, die das Ticket an der Kasse kaufen möchten. Wenn man das Ticket bereits im Internet gekauft hat, kann man an der Warteschlange vorbeigehen und kommt direkt zur Sicherheitskontrolle.

Mit Roma Pass, Omnia Card und Rom Sightseeing Pass kann man an der Warteschlange vorbeigehen. Für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr in Ihrer Begleitung erhalten Sie die Tickets an der Kasse für Vormerkungen und Gruppen. Hierbei wird eine Gebühr von 2 Euro pro Ticket fällig.

Kolosseum Eingang Stern Arena
Blick auf den Eingang „Stern“ mit direktem Zugang zur Arena

Der Eingang „Stern“, der sich auf der anderen Seite des Kolosseums befindet und direkt in die Arena führt, darf nur mit begleitetem Einlass benutzt werden. Tickets und Führungen zu den oberen Stockwerken und in den Untergrund des Kolosseums und einige Expresstouren beginnen in der Regel bei diesem Eingang. Bei diesem Eingang ist die Wartezeit an der Sicherheitskontrolle in der Regel kürzer.

Am schnellsten kommen Sie also beim Gladiatoreneingang „Stern“ ins Kolosseum. Sehr zügig geht es auch, wenn Sie Tickets oder eine Führung im Internet gekauft haben.

Da die Warteschlange an den Kassen beim Kolosseum auch länger als eine Stunde dauern kann, ist es unbedingt empfehlensert, die Tickets im Internet zu kaufen.

Kolosseum · Bevorzugter Eintritt am ersten Sonntag im Monat

Group entrance at the Colosseum
Gruppeneingang beim Kolosseum

Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt zum Kolosseum frei und entsprechend lang sind die Warteschlangen. Wenn Sie den bevorzugten Eintritt mit dem Roma Pass geniessen wollen, können Sie den Gruppeneingang nehmen und es wird Ihnen ein Museumseintritt berechnet.

Prinzipiell rate ich daher davon ab, das Kolosseum am ersten Sonntag im Monat zu besuchen, da es an diesen Tagen extrem voll ist.

Kolosseum · Eintritt

Das Ticket für das Kolosseum, mit Ausnahme des Tickets der Nachtführung, ist am gleichen Tag und dem darauf folgenden Tag auch für den Besuch des Forum Romanum mit dem Palatin gültig.

Bis zum 18. Lebensjahr ist der Eintritt zum Kolosseum, dem Forum Romanum und dem Palatin frei. Mit der Online Buchung spart man allerdings wertvolle Zeit an den Kassen. Schulgruppen müssen unbedingt vorab reservieren. Informationen finden Sie auf meiner Seite für Kolosseum Tickets.

Bei allen Tickets und Führungen muss man zum angegebenen Termin unbedingt pünktlich da sein. Da die Zeitfenster für den Zugang zum Kolosseum streng geregelt sind, können die Führer nicht auf Sie warten.

Falls Sie ein Ticket mit festgelegter Eintrittszeit haben, müssen sie zu dem Zeitpunkt die Sicherheitskontrollen bereits passiert haben. Sie dürfen sich maximal 15 Minuten verspäten, sonst verfällt das Ticket.

Mit Roma Pass, Omnia Card und Rom Sightseeing Pass genießen Sie bevorzugten Einlass zu Kolosseum, Forum Romanum, PalatinSkip the line“. Mit diesen Pässen zählt der Besuch von Kolosseum, Forum Romanum und Palatin als ein Museumsbesuch. Das Gebiet von Forum Romanum und Palatin verfügt über zwei gemeinsame Eingänge, einen auf der Via di San Gregorio und einen bei der Via dei Fori Imperiali. Sie können einmal das Kolosseum besuchen und einmal einen der beiden Eingänge zum Forum Romanum und Palatin passieren und die beiden Besuche zählen als ein Museumseintritt.

 

Kolosseum · Nachtöffnung „La Luna sul  Colosseo“

Von Mitte März bis Ende Dezember wird das Kolosseum in der Nacht für Führungen geöffnet. Die Führungen können nur im Internet reserviert werden und haben eine Dauer von 75 Minuten und müssen reserviert werden. Da diese Führungen schnell ausgebucht sind, empfehle ich, rechtzeitig zu reservieren.

 

Kolosseum · Nützliche Tipps

Da das Kolosseum eine Hauptattraktion in Rom ist, konzentrieren sich hier auch viele Menschen, die aus den Touristen ihren Vorteil ziehen wollen.

So müssen Sie auf der Hut sein vor Taschendieben und Betrügern.

Am Kolosseum stehen oft Menschen, die sich als Gladiatoren verkleiden. Sie verlangen Geld, wenn sie fotografiert werden. Man solltet daher den Preis im Voraus vereinbaren, ansonsten verlangen sie mehr und es gibt Ärger.

Fliegende Händler bieten alle möglichen, zumeist wertlosen, Waren an. Bei Wasser in Flaschen sollte man darauf achten, dass sie original verschlossen sind, ansonsten sind sie nur mit Brunnenwasser aufgefüllt. Am Besten haben Sie ihre eigenen Flaschen dabei, die Sie an jedem Brunnen in Rom auffüllen können. Beim Kolosseum finden Sie eine kostenlose Trinkwasserstation direkt vor dem Ausgang der Metrostation.

Sie sollten auch vorsichtig sein bei fliegenden Händlern, die Ihnen Führungen oder Eintritt ohne Wartezeiten anbieten. Es werden auch Hop on hop off Touren und alle möglichen anderen Tickets angeboten. Sie können nicht sicher sein, ob die Angebote seriös sind, und es ist daher besser, Sie buchen im Internet oder kaufen ihre Tickets an einer offiziellen Kasse.

Vor der Metrostation befindet sich auch eine öffentliche Toilette. Toiletten gibt es auch im Kolosseum, aber es kommt häufig zu Wartezeiten. Sie besuchen also gegebenenfalls besser eine Toilette, bevor Sie zum Kolosseum gehen.

Kolosseum · Kurzübersicht

Das Kolosseum befindet sich am Rand des archäologischen Gebiets des Palatins und des Forum Romanum. Es ist das größte Amphitheater der Welt und wurde von Kaiser Vespasian ab dem Jahr 72 n. Chr. errichtet. Zuvor befand sich hier ein künstlicher See, der zu Neros Kaiserpalast Domus Aurea gehörte. Es wurde bis zum 5. Jahrhundert für Spiele, Schaukämpfe und Tierhetze verwendet. Seit dem Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert diente das Kolosseum als Steinbruch für den Bau von Kirchen und Palästen.

Kolosseum · Öffnungszeiten

Das Kolosseum ist ganzjährig geöffnet und schließt nur am 1. Januar und am 25. Dezember.

Das Kolosseum öffnet um 8:30 morgens. Letzter Eintritt ist eine Stunde vor der Schließung. Das Kolosseum schließt:

  • vom letzten Sonntag im Oktober – 15. Februar: 16:30
  • 16. Februar – 15. März: 17:00
  • 16. März bis zum letzten Samstag im März: 17:30
  • Vom letzten Sonntag im März bis 31. August: 19:15
  • 1. September – 30. September: 19:00
  • 1. Oktober bs zum letzten Samstag im Oktober: 18:30

Beim Kolosseum kann es zu außerordentlichen Schließungen kommen aufgrund bestimmter Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Kreuzweg des Papstes am Karfreitag oder bei einem Radrennen.

Kolosseum · Anfahrt

Am Kolosseum gibt es die Metrostation Colosseo der Linie B.

Buslinien sind die

  • Linie 51 von Piazza San Silvestro – Via del Corso und weiter nach San Giovanni
  • Linie 75 Von Trastevere zum Hauptbahnhof Termini
  • Linie 85 Von der Via Tuscolana über San Giovanni und weiter über Via del Corso und Via del Tritone zum Hauptbahnhof Termini
  • Linie 87 Von der Via Appia über San Giovanni und weiter durch das Zentrum nach Prati sowie die
  • Nachtbuslinie N2.

Die Tramlinie 3 fährt von Trastevere und der Pyramide zum Kolosseum und weiter nach San Giovanni, Santa Croce in Gerusalemme, San Lorenzo und zum Zoo.

Zu Fuß zum Kolosseum:

  • Von Piazza Venezia über die Via dei Fori Imperiali
  • Vom Zirkus Maximus über die Via di San Gregorio
  • Von der päpstlichen Basilika St. Johann – San Giovanni vorbei an San Clemente durch die Via di San Giovanni in Laterano
  • Von der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore auf der Via Merulana bis zur ersten Kreuzung beim Largo Brancaccio und dann durch die Viale di Monte Oppio und weiter durch den Park
  • Von Monti und der Metrostation Cavour  über die lange Treppe zur Basilika San Pietro in Vincoli mit dem Moses des Michelangelo und weiter über Via Eudossiana und Via della Polveriera. Bequemer, ohne Treppe, aber auch weniger malerisch, geht es durch die Via dei Serpenti und weiter durch die Via degli Annibaldi zum Kolosseum.

Vom Flughafen zum Kolosseum:

  • Flughafen Rom Fiumicino – Kolosseum: Zug Linie FL1 bis Roma Ostiense, Umsteigen zur Metro B bis Station Colosseo oder zur Tramlinie 3 bis zum Kolosseum
  • Flughafen Rom Ciampino – Kolosseum: Shuttlebus bis Hauptbahnhof Rom Termini, Umsteigen zur Metro B bis Station Colosseo

von Heinz-Jürgen Beste, DAI Rom

Geschichte und Geschehen im Kolosseum

Die Römer liebten ihre Spiele: Tausende strömten an den Spieltagen in die riesige Arena, um Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe zu verfolgen. Es war ein blutiges Vergnügen. Der Tod war allgegenwärtig, wenn auch nicht jeder Kampf letal endete. Schließlich kostete die Ausbildung der Gladiatoren Zeit und Geld, das gut investiert sein wollte. Der Aufwand, den die Kaiser als Spielgeber trieben, ist noch für heutige Verhältnisse immens: Für manche Feiern, die mehrere Tage dauern konnten, ließen sie hunderte wilder Tiere aus allen Gegenden des Reiches herantransportieren. Elenfanten und Bären, Rehe, Antilopen, Wildschweine und Wölfe …

So brutal die Spiele waren, so wohldurchdacht war ihr Ablauf und so raffiniert die Infrastruktur, die die Umsetzung der Shows erst ermöglichte. Schätzungsweise bis zu 50.000 Menschen fanden auf den Rängen des flavischen Amphitheaters Platz. Ein ausgeklügeltes Wegesystem sorgte dafür, dass die Menschenmengen reibungslos auf die Ränge und nach Ende der Vorstellung ebenso zügig ins Freie gelangten.

Das Vergnügen der einen war die Arbeit der anderen. Hunderte Sklaven und Arbeiter hatten im Hintergrund dafür zu sorgen, dass die Vorstellung reibungslos über die Bühne ging. Dabei half ein ausgeklügeltes Aufzugsystem.

Die antiken Schriftsteller berichten wiederholt, dass Tiere und Kämpfer wie aus dem Nichts in der Arena erschienen seien. Forscher vermuteten daher schon lange, dass es im Untergeschoss des Kolosseums Aufzüge gegeben haben müsse, mit dem sogar ganze Bühnenbilder nach oben befördert werden konnten.
In den letzten Jahren untersuchten Archäologen und Bauforscher des Archäologischen Denkmalamtes der Stadt Rom und des Deutschen Archäologischen Institutes eingehend das gesamte Untergeschoss. Dabei gelang es, einige Geheimnisse der Aufzüge ans Licht zu bringen.

Da es Dampf- und Elektroantrieb noch nicht gab, andererseits Muskelkraft  preisgünstig zur Verfügung stand, wurden die Aufzüge über Seilwinden angetrieben. Damit die Aufzüge nicht den Blick auf die Arena verstellten, wurden die Aufzugkabinen nur bis unter den Arenenboden hochgezogen werden. Die letzten Meter legten die Tiere über Rampen zurück, die aus dem Arenaboden mittels Gegengewichten heruntergeklappt werden konnten.

Lange waren die Aufzugsanlagen aus der ersten Phase nicht in Betrieb. Einige Jahre nach Eröffnung musste an der Statik der die Arena tragenden Mauerzüge nachgebessert werden. Dabei wurden die Aufzüge in das Zentrum der Arena verlegt, wo sie weniger anfällig waren.

Geschichte des Kolosseums – Daten und Fakten

Das „flavische Amphitheater“, so der antike Name, entstand von 72 bis 80 n. Chr. Die Eröffnungsfeiern 80 n. dauerten angeblich 100 Tage: Neben Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen (bei denen 5.000 Tiere getötet worden sein sollen), wurden dabei sogar Seeschlachten nachgestellt.

Der elliptische Bau ist ca.188 m lang und 156 m breit, die Arena misst 86 m mal 54 m, das Untergeschoss 76 m x 44 m.

Die letzten Gladiatorenkämpfe fanden 434/5 n. Chr, und die letzte Tierhetze ist für das Jahr 523 n. Chr. überliefert. Die heute übliche Bezeichnung „Kolosseum“ stammt aus dem frühen Mittelalter.


Das Kolosseum

von Heinz-Jürgen Beste, Deutsche Archäölogisches Institut Rom

Das Flavische Amphitheater gehört zu den Höchstleistungen römischer Ingenieurbaukunst, wofür die gewaltigen Dimensionen, die kurze Bauzeit von weniger als zehn Jahren, das Fassungsvermögen von fünfzigtausend Zuschauern sowie die perfekte Organisation des Besucherstroms ein anschauliches Zeugnis ablegen. Der Bau prägte die Gestalt des römischen Amphitheaters nachhaltig, wie die großen Theater in Italien und in den Provinzen nach seinem Vorbild zeigen.

Nach dem Stadtbrand des Jahres 64 n. Ch. hatte Kaiser Nero das Gebiet zwischen Esquilin, Caelius und Palatin in seine private Parkanlage umgewandelt, die Domus Aurea. Während der Herrschaft von Kaiser Vespasian wurde dieses der Allgemeinheit zurückgegeben und mit öffentlichen Gebäuden bebaut, in deren Mittelpunkt das Kolosseum stand. Die Arbeiten begannen wohl in den Jahren 70 bis 72 n. Ch. Gladiatorenschulen, Depots für Waffen und Bühnendekoration und weitere Infrastruktur gehörten dazu. Eingeweiht wurde das Amphitheater im Jahr 80 n. Ch. von Kaiser Titus. Während der hunderttägigen Einweihungsfeier wurde neben Gladiatorenkämpfen und Tierhatzen auch eine Seeschlacht im Kolosseum veranstaltet. Fertig gestellt war die gesamte Anlage vermutlich in den neunziger Jahren des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. Die letzte überlieferte Tierhatz fand 523 n. Ch. statt und fortan diente der Bau weitgehend als Steinbruch. Der heutige Name Kolosseum entstand erst im achten Jahrhundert.

Die erste systematische Ausgrabung unternahm 1806 bis 1814 der römische Archäologe Carlo Fea. Wegen des hohen Grundwasserspiegels musste die Grabung bald eingestellt und wieder zugeschüttet werden. Erst 1874 bis 1876 war es möglich, den östlichen Teil des Untergeschosses freizulegen. Der bis dahin verschüttete westliche Teil wurde zwischen 1934 und 1938 ausgegraben, leider ohne jede Dokumentation. Bei der umfassenden Restaurierung im Zuge dieser Arbeiten ging ein großer Teil der antiken Bausubstanz verloren.

Bei meiner (DAI Rom) 1996 in Zusammenarbeit mit der Antikenverwaltung Rom begonnenen Untersuchung und Dokumentation des Podiums und des Untergeschosses konnten mehrere Bauphasen aus dem halben Jahrtausend der Nutzung unterschieden werden. Bisher lassen sich drei verschiedene Systeme lokalisieren, deren Installation zwischen dem Ende des 1. Jh. (81-96) und der Mitte des 4. Jh. n. Chr. anzusetzen sind. Zwei der Aufzugsysteme, diejenigen in den Korridoren B, F und H, gehören aufgrund bautechnischer Details zur Errichtungsphase des Kolosseums und können somit in die flavische Zeit datiert werden. Für den Korridor B konnte ein Aufzugsystem mit 28 Käfigen nachgewiesen werden, die dazu dienten, Tiere bis zur Größe einer Raubkatze oder eines Bären in die Arena zu transportieren. Die Korridoren F und H ergänzen das Aufzugsystem im Untergeschoß dahingehen, da dort ein System von 20 ca. 4 x 5 m großen beweglichen Plattformen installiert war, mit dessen Hilfe großformatige Dekorationen hochgezogen wurden, um bei einer Tierhatz (venationes) der nachgestellten Jagd den schaustellerischen Rahmen zu geben.

Aufgrund die durch einen Blitzschlag ausgelöste Brandkatastrophe im Kolosseum im Jahre 217 n. Chr., und die dadurch bedingten Wiederherstellungsarbeiten, die sich fast zwanzig Jahre hinzogen, war die Notwendigkeit gegeben, die Mauerzüge im Untergeschoß zu stabilisieren, wodurch die beiden bisherigen Aufzugsysteme unbrauchbar wurden. Insofern errichtete man in den Korridoren E und G ein neues Aufzugsystem mit dem gleich 60 Käfige bewegt werden konnten. Allerdings musste man wegen der räumlichen Enge in den Korridoren E und G das bisherige Aufzugsmodell – Winde, Aufzugskäfig, Winde, Aufzugskäfig etc. – aufgeben, und mehrere Käfige mit einer Winde hochziehen.

Über die Fokussierung auf die Funktion des Untergeschosses hinaus, konnten auch Aussagen zum Ort und Ablauf der bei der Einweihung aufgeführten Seeschlacht (Naumachie) und zur Aufteilung der Sitzränge für die Senatoren gemacht werden.

Dem Wunsch der Antikenbehörde nach Wiederherstellung des Arenabodens konnte bis zum Jahr 2000 in Zusammenarbeit mit der Universität La Sapienza entsprochen werden. Aus didaktischen und denkmalpflegerischen Gründen wurde nur etwa ein Siebtel der Gesamtfläche im Osten der Arena abgedeckt. Dieser Teil war durch die Grabung und anschließende Restaurierung von 1875 so stark zerstört, dass hier problemlos das neue Stützensystem auf die antiken Fundamente gesetzt werden konnten. Die Auseinandersetzung mit diesem Vorhaben ergab, dass der Boden der Arena in der Antike mindestens zweimal komplett erneuert, sein Laufniveau angehoben und seine hölzerne Konstruktion tiefgreifend verändert wurde.


Der Name des Kolosseums

Das Kolosseum heisst eigentlich Anfiteatro Flavio, lateinisch Amphitheatrum Flavium, zu Ehren der Herrscherfamilie der Flavier, zu deren Zeit der Bau errichtet wurde. Vor dem Bau des Kolosseums stand am Eingang des Palasts des Kaisers Nero, der Domus Aurea, eine kolossale Bronzestatue des römischen Kaisers, der Koloss des Nero. Er soll rund 35 Meter hoch gewesen sein.

Nach dem Tode Neros wurde auf einem Teil des Geländes das Amphitheater errichtet. Der Koloss wurde zum Sonnengott umgewandelt und vor dem Theater aufgestellt. Der Name Kolosseum wird auf diesen Koloss zurückgeführt.

Das Kolosseum und seine Umgebung

Das Kolosseum liegt im ältesten Teil Roms und ist von archäologischen Stätten umgeben. Die bekanntesten sind neben dem Palatin, dem Forum Romanum und den Kaiserforen die Ausgrabungen unter der Basilika San Clemente und die römischen Häuser unter der Basilika der heiligen Johannes und Paulus am Celio Hügel.

Mehr Informationen dazu finden Sie in meinem Beitrag zum antiken Rom.


2 Gedanken zu “Kolosseum · Eintritt · Öffnungszeiten · Warteschlangen vermeiden

  1. Hallo,

    ich habe ganz viel tolle Fotos vom Kolosseum gesehen, auf denen sich die Besucher auf oder vor einer Wand oder Mauer posieren. Dabei ist das Kolosseum im Hintergrund und man sieht keine Menschenmengen, die sich eventuell unten am Fuße des Kolosseums aufhalten. Von wo aus hat man wohl diesen Ausblick auf das Kolosseum? Wo muss ich da hin?

    • Hallo,
      ich denke, Sie meinen Largo Gaetana Agnesi. Bei dem Platz oberhalb der Metrostation Colosseo ist eine kleine Terrasse. Sie können einfach in die Metrostation reingehen und mit der Rolltreppe nach oben fahren.
      Ich wünsche viel Freude beim Fotografieren. B.

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