Sixtinische Kapelle · Tickets, nützliche Infos & Kurioses

Die Sixtinische Kapelle ist einer der berümtesten Kunstschätze des Vatikans. Sie ist berühmt für die Fresken des Michelangelo an der Decke und der Rückseite der Kapelle. In ihr findet das Konklave, die Wahl der Päpste, statt.

Die Sixtinische Kapelle befindet sich im Apostolischen Palast gleich rechts neben dem Petersdom.

Wo die Sixitinische Kapelle ist
Wo die Sixtinische Kapelle ist

Der Palast ist Sitz des Papstes und hat über 1.000 Räume auf rund 162.000 m².

Die Kapelle und die Räume früherer Päpste gehören zu den Vatikanischen Museen. Auch wenn Sie nur die Sixtinische Kapelle besichtigen möchten, müssen Sie die Eintrittskarte für die Museen online kaufen.

Cappella Sistina – Sistine Chapel

Eintritt und Öffnungszeiten

Aufgrund der aktuellen Situation werden die Öffnungszeiten nur kurzfristig bekannt gegeben. Aktuelle Informationen finden Sie in unserer Monats­­übersicht.

Da ohnehin eine Online-Reservierung erforderlich ist, erfahren Sie Ihre Eintrittszeit mit der Reservierung. Der letzte Eintritt ist zwei Stunden vor Schließung der Museen möglich.

Alle Eintrittskarten für die Vatikanischen Museen erlauben den Eintritt zur Sixtinischen Kapelle. Aufgrund der Corona Vorsichtsmaßnahmen müssen Sie den Eintritt online reservieren und Sie müssen pünktlich zur gebuchten Zeit erscheinen.

Beim Eingang der Museen gibt es eine Fiebermessung. Das Limit ist 37,4°C. In den Museen gilt Maskenpflicht.

Kleiderordnung

Es gelten die Regeln für sakrale Stätten: Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Strandsandalen und Hüte sind nicht erlaubt.

Vatikanische Museen

Viale Vaticano Musei Vaticani

Metro A / Cipro

Bus 49

Piazza del Risorgimento: Tram 19, Bus 23, 32, 81, 492, 590, 982

Sixtinische Kapelle Panorama
Blick auf die Decke

Die Sixtinischen Kapelle ist eine geweihte Stätte. In diesem weltberühmten Kunstwerk spürt man eine ganz besondere Atmosphäre. Lautes Sprechen und Fotografieren ist verboten. Da die Kapelle oft voller Besucher ist, würde es sonst sehr chaotisch zugehen.

Die beste Zeit für den Besuch ist am frühen Morgen oder am späten Nachmittag vor der Schließung.

Manche Besucher spurten nach der Öffnung der Museen direkt bis zur Kapelle, um sie als Erste betreten zu können.

Tickets und Führungen

Wenn Sie nur schnell in die Sixtinische Kapelle reinflitzen wollen, buchen Sie die einfache Eintrittskarte für die Vatikanischen Museen. Führungen dauern in der Regel 3 Stunden und umfassen viele weitere Bereiche der Museen.

Bei einigen Führungen können Sie einen speziellen Durchgang zum Petersdom benutzen. Das spart viel Zeit. Allerdings ist der Durchgang derzeit wegen Corona geschlossen.

Sehr exklusiv ist der frühe Eintritt vor der Öffnung der Museen. Sie sind dann fast alleine in den Museen und der Sixtinische Kapelle. Im Sommer gibt es auch eine Nachtöffnung am Freitag und Samstag. Sie können den Besuch der Museen auch mit einer Führung durch die Gärten verbinden.

Kostenloser Eintritt:

  • für Kinder bis 5 Jahren, ohne Reservierung
  • für Personen mit Behinderung > 75% und einen Begleiter, ohne Reservierung

Die kostenlosen Eintrittskarten gibt es direkt am Eingang.

Reduzierter Eintritt:

  • für Jugendliche 6 – 18 Jahre
  • für Studenten – 25 Jahre mit gültigem Studentenausweis

Der Weg zur Sixtinischen Kapelle

Es gibt einen kurzen Weg von rund 500 m, percorso breve, und einen gut 1.000 m langen Weg, percorso completo.

Weg zur Sixtinischen Kapelle
Die Galerien

Der kurze Weg führt ohne Umwege durch die Galerie der Leuchter, die Galerie der Wandteppiche, die Galerie der Landkarten und das Apartment von Pius V zur Kapelle. Beim langen Weg besichtigen Sie zuerst den Hof des Pinienzapfens sowie einige Museen, bevor Sie zu den Galerien hochsteigen. Außerdem gehen Sie nach dem Apartment von Pius V nicht direkt zur Kapelle, sondern besichtigen zuerst im Apostolischen Palast verschiedene Säle, die von Raffael ausgemalten Räume und das Borgia Apartment.

Der Name der Sixtinischen Kapelle

Manchmal werden Reiseleiter gefragt, wo die anderen 15 Kapellen sind. Die Sixtinische Kapelle ist aber nicht die 16. Kapelle. Der Name geht auf den Auftraggeber Papst Sixtus IV zurück (Amtszeit 1471 – 1484). Die Kapelle wurde von 1475 bis 1481 erbaut.

Sisto IV
Sisto IV, Tiziano Vecellio ~ 1540, Uffizi, Florenz

Sixtus IV vergrößerte Macht und Ländereien seiner Familie und seiner Verbündeten und schreckte auch vor Mord nicht zurück, um seine Ziele zu erreichen. Vielleicht kennen Sie ihn aus der Film Trilogie „Die Medici“ als Gegenspieler von Lorenzo il Magnifico. Er unterstützte die Pazzi Verschwörung gegen die Medici in Florenz und komplottierte im Salzkrieg gegen den Duca von Ferrara. In der Film Trilogie über die Medici wird er als glaubensfester Kirchenfürst mit wallendem Bart dargestellt. Das entspricht wohl eher nicht seinem historischen Bild.

Die Baugeschichte

Sixtinische Kapelle Aufbau Fundamente
rot = Kapelle gelb = alte Struktur

Schon im Mittelalter stand an diesem Ort eine päpstliche Kapelle, die Cappella Magna. Sie diente als prächtiger Rahmen für die Feiern des päpstlichen Hofs, um die Teilnehmer zu beeindrucken. Kardinäle, Bischöfe, Diplomaten, Patriarchen, Fürsten und andere wichtige Persönlichkeiten nahmen an den Zeremonien teil.

Wie auch die alte Petersbasilika war die Kapelle im 15. Jahrhundert in einem schlechten Zustand. In den Jahren 1309 – 1377 waren die Päpste in Avignon im Exil, weil Rom wegen der Streitigkeiten im römischen Adel zu unsicher war. Die Gebäude auf dem Vatikanshügel verfielen zusehends.

Die Sixtinische Kapelle wurde in den Jahren 1477 – 1480 im Auftrag von Sixtus IV auf den Resten der mittelalterlichen Kapelle errichtet. Dabei wurde auf den alten Fundamenten aufgebaut und die alten Mauern blieben bis zum ersten Absatz erhalten.

Allerdings gaben die Fundamente öfter nach und es kam zu gefährlichen Rissen in den Wänden und der Decke.

Architektur

Länge: 40,93 m

Breite: 13,41 m

Höhe: 20,70 m

Decke: abgesenktes Tonnengewölbe mit Stichkappen, die die Lünetten über den Fenstern bilden

Die Malereien

Über dem ersten Absatz wurden umlaufend 16 Tafeln gestaltet, die wie ein Ausblicke aus Fenstern erscheinen sollten. Den ersten Auftrag erhielt der umbrische Künstler Pietro Perugino, der bereits eine Kapelle in der alten Petersbasilika ausgemalt hatte. Er malte insgesamt 5 Tafeln, zwei davon hinter dem Altar.

Um die Gemüter zu versöhnen, schlug Lorenzo il Magnifico dem Papst vor, ihm seine besten Künstler als Botschafter der Schönheit zu schicken. Das Angebot konnte Papst Sixtus nicht ablehnen und so machten sich im Jahr 1481 Sandro Botticelli, Cosimo Rosselli und Domenico Ghirlandaio mit ihren Mitarbeitern an die Arbeit. Sie erstellten die anderen 11 Tafeln. Unter den Tafeln waren Vorhänge gemalt – später wurden Wandteppiche aufgehängt – über ihnen Portraits der Päpste.

Die Wandteppiche wurden von Papst Leo X in Auftrag gegeben und wurden in den Jahren 1515 – 1519 produziert. Sie wurden von Raffaello Sanzio entworfen, der die zu webenden Bilder seitenverkehrt auf Tafeln zeichnen musste. Die Teppiche wurden dann in Brüssel gewebt. Als Thema haben sie das Leben der heiligen Petrus und Paulus. Heute werden sie in der Pinakothek der Museen aufbewahrt.

Die Werke von Perugino hinter dem Altar wurden zerstört und heute prangt dort das Fresco Michelangelo’s Il Giudizio Universale – das jüngste Gericht. Rechts vom Altar geht es um die Geschichte von Christus, links um die Geschichte von Moses. Gegenüber dem Altar befindet sich der Haupteingang, der zur Sala Regia führt. Sie dient offziellen Empfängen. Über dem Eingang sieht man die Auferstehung von Christus und den Streit um die Leiche des Moses.

Die Kapelle ist der Aufnahme Marias in den Himmel geweiht und wurde zu Ferragosto 1483 von Sixtus eingeweiht. Ferragosto am 15. August ist der Feiertag Mariä Himmelfahrt, einer der höchsten Feiertage in Italien.

Die Werke von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle

Das Deckengewölbe

Zur Zeit von Sixtus IV wurde ein Sternenhimmel an die Decke gemalt. Er wurde im Jahr 1504 durch gefährliche Risse zerstört, nachdem die Fundamente nachgegeben hatten.

Sixtinische Kapelle Deckenfresko

Der Neffe von Sixtus IV, Papst Julius II, beauftragte daraufhin Michelangelo Buonarotti mit der neuen Ausmalung der Decke. Michelangelo war mit Julius II im Streit auseinandergegangen, weil der ihn im Jahr 1505 mit der Errichtung seines Grabmals beauftragt hatte und den Auftrag dann wieder zurückgezogen hatte. Das Grab wurde erst im Jahr 1545 nach dem Tod von Julius fertig und er wurde dort nie bestattet. Das leere Grab mit dem berühmten Moses mit den Hörnern befindet sich in der Basilika San Pietro in Vincoli.

Michelangelo wehrte sich lange gegen den Auftrag für die Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle. Aber schließlich musste er nachgeben. Für die 500 m² brauchte er rund 4 Jahre von 1508 bis 1512. Er bekam dabei sicherlich athletische Arme, weil er auf dem Rücken liegend die Decke bemalen musste. Damit die Figuren vom Boden gut zu sehen sind, musste er sie überlebensgroß zeichnen.

Sixtinische Kapelle Die Erschaffung Adams

Das Thema des Werks ist die Erschaffung der Welt und des Menschen. Die hebräischen Propheten und die paganen Sibyllen zeugen von der Vorsehung von Christus und schlagen damit einen Bogen zwischen altem und neuem Testament. Im Zentrum steht die Erschaffung von Adam durch Gott. Ein Bild, das millionenfach reproduziert wird.

Das jüngste Gericht

Nach Julius II kam der 2. Sohn von Lorenzo il Magnifico an die Macht, Papst Leone X, und nach ihm Adriano VI aus Utrecht, der in der deutschen Pfarrkirche Santa Maria dell’Anima begraben ist. Es folgte Clemens VII, der Neffe von Lorenzo, dessen Vater in der von Sixtus IV unterstützten Pazzi Verschwörung ermordet wurde.

Sixtinische Kapelle Das jüngste Gericht

Clemens ließ das Bild von Sixtus IV abschlagen, das von Perugino gemalt worden war, und beauftragte Michelangelo im Jahr 1534 mit dem Gemälde des jüngsten Gerichts. Allerdings erlebte er den Beginn der Arbeiten nicht. Paolo III aus der Familie Farnese verfolgte das Projekt weiter und Michelangelo machte sich 1536 an die Arbeit. Michelangelo arbeitete an dem Fresco alleine für 5 Jahre und zu Allerheiligen 1541 wurde das Werk der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Werk ist bis heute Quelle zahlreicher Legenden und Interpretationen.

Es zeigt das Ende aller Zeiten, die Auferstehung der Toten und Christus als Richter mit Maria, den Aufstieg der Seeligen und den Abstieg der Verdammten.

Restaurierungen

Staub, Weihrauch und Kerzen haben im Lauf der Jahrhunderte den Gemälden reichlich zugesetzt und es gab immer wieder Restaurierungen. Am 21. Januar 1564 beschloss das Konzil von Trient, alle obszönen Darstellungen zu bedecken und als „Hosenmaler“ wurde Daniele da Volterra beauftragt.

Die letzte Restaurierung dauerte 14 Jahre bis 1994 und war wohl die gründlichste. Sponsoren waren das japanische Fernsehen NTV, das Wethersfield Institute, Texas Instruments und die Enciclopedia Italiana. Es wurden alle Schmutzschichten abgetragen und auch die gemalten Hosen wurden entfernt, soweit es möglich war. In einigen Fällen hatten die Hosenmaler die nackten Stellen aber einfach abgeschlagen und die Hosen auf neuen Putz gemalt.

Durch die Reinigung kamen überraschend leuchtende Farben zum Vorschein. Der einzige Zweifel an der Arbeit besteht darin, ob nicht Michelangelo selbst mit Rauch gearbeitet hat, um Tiefe im Gemälde zu erzeugen. Diese Schicht wäre dann auch entfernt worden.

Heute werden die Gemälde durch spezielle Klimaanlagen geschützt. Durch die zahlreichen Besucher kommen Staub, Wärme und Luftfeuchtigkeit in die Kapelle, die den Werken schaden könnten, und die Klimaanlagen müssen diese Schwankungen ausgleichen.

Das Konklave: die Papstwahl

Um den Posten des Papstes gab es ein großes Geschacher. Wichtige Familien, Fürsten und Könige versuchten, die Wahl zu beeinflussen. Die längste Papstwahl der Geschichte, die in Viterbo, 80 km nördlich von Rom, vom Winter 1268 bis zum 1. September 1271 dauerte, führte zur Einführung des Konklaves. Da sich die 19 Kardinäle nicht einigen konnten, wurden sie nach 19 Monaten eingeschlossen und das Dach wurde abgedeckt, um sie zu einer Entscheidung zu zwingen.

In der Sixtinischen Kapelle wurde das erste Konklave im Jahr 1492 abgehalten. Seit 1878 finden die Konklave immer in der Sixtinischen Kapelle statt. Nach jedem Wahlgang werden die Stimmzettel verbrannt. Der Blick der Gläubigen auf dem Petersplatz und der Fernsehkameras aus aller Welt sind auf den Schornstein der Sixtinischen Kapelle gerichtet. Schwarzer Rauch zeigt eine Wahl ohne Ergebnis an, bei weißem Rauch ist der neue Papst gewählt worden.

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