Appia Antica with Segway

Appia Antica und Katakomben

Die Via Appia war in der Antike die Hauptverbindung von Rom nach Brindisi. Von dort schiffte man sich nach Griechenland ein. Noch heute sind große Teile der alten Straße erhalten.

Die Via Appia Antica in Rom

Parco via Appia AnticaDas bekannteste Teilstück ist die Via Appia Antica in Rom, die auf einer Länge von 22 km vom Beginn am Tor Porta di San Sebastiano bis zur Ortschaft Santa Maria delle Mole begangen werden kann. Sie befindet sich im Regionalpark der Appia Antica.

Die Buslinie 118 fährt von Piazza Venezia zum Infopoint des Parkbüros und an den Katakomben des Calixtus und des Sebastian vorbei weiter bis zur Villa der Quintilier. Die Buslinie 218 fährt von der Basilika San Giovanni zum Infopoint des Parkbüros und über die Via Ardeatina weiter zum Heiligtum Divino Amore.

Entlang der Straße befinden sich zahlreiche Grabstellen und Grabanlagen. Drei Katakombenanlagen könnt Ihr besichtigen, die Katakomben des Calixtus, des Sebastian und der Domitilla. Eine Besonderheit sind die jüdischen Katakomben der Vigna Randanini, die nur mit Vorbestellung besichtigt werden können.

Die Via Appia Antica ist am Sonntag ein beliebtes Ausflugsziel und für den Autoverkehr gesperrt. Als Startpunkt bietet sich die Katakombenanlage des heiligen Calixtus an. Von dort gelangt Ihr zur Kirche des heiligen Sebastian und wenige hundert Meter weiter beginnt der verkehrsberuhigte Teil der Straße. Vorbei an der Rennbahn (Circo) des Massenzio und am Mausoleum der Cecilia Metella könnt Ihr kilometerlang an archäologischen Artefakten, Grabdenkmälern und Monumenten vorbeiwandern, die Ihr in anderen Ländern nur in Museen bewundern könnt.

Die Kleiderordnung in den Katakomben

Kirche KleiderordnungDenkt bitte daran, dass die Katakomben in Rom sakrale Stätten sind und deshalb der Zugang nur mit salonfähiger Kleidung gestattet ist.

 

Die Katakomben des heiligen Calixtus

Diese Katakomben aus dem 2. Jahrhundert wurden Anfang des 3. Jahrhunderts zum offiziellen Friedhof der Kirche und die Verwaltung wurde daher von Papst Zephyrinus dem Diakon Calixtus übertragen.

Die Katakomben des heiligen Calixtus sind mittwochs geschlossen.

Die Katakomben des heiligen Sebastian

In dieser ursprünglich heidnischen Anlage ist der heilige Sebastian begraben. Die Katakomben und die Basilika sind darum nach ihm benannt. Der Eingang zu den Katakomben befindet sich bei der Basilika.

Die Katakomben des heiligen Sebastian sind sonntags geschlossen.

Die Katakomben der Domitilla

Sie sind nach Flavia Domitilla benannt. Sie war die Eigentümerin des Grundstücks, die es im 1. Jahrhundert nach Christus der christlichen Gemeinde zur Verfügung stellte. Hier befindet sich die größte christliche Katakombenanlage Roms.

Die Katakomben der Domitilla sind dienstags geschlossen.

Die jüdischen Katakomben in der Vigna Randanini

Die Katakomben der Vigna Randanini sind die zweite von insgesamt sechs jüdischen Grabanlagen in Rom. Sie wurden in mehreren Phasen zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. errichtet und wurden zufällig im Jahr 1859 wiederentdeckt. Aufgrund des guten Erhaltungszustands und der zahlreichen Malereien verschiedenster Objekte aus heidnischer und jüdischer Zeit sowie der Vielzahl von Inschriften sind sie im Mittelmeerraum einmalig. Die Katakomben der Vigna Randanini sind nicht öffentlich und können nur nach Voranmeldung in einer geführten Tour besichtigt werden.

Der Regionalpark der Appia Antica

Appia Antica southern part
Auf der Appia Antica

Im Regionalpark der Appia Antica sind charakteristische Landschaft und archäologisch bedeutsame Orte zusammengefasst.

Das Parkbüro mit Fahrradverleih befindet sich an der ersten Bushaltestelle der Linien 118 und 218 auf der Via Appia Antica (auf der Höhe der Einfahrt zu den Katakomben des Calixtus).

In geführten Fahrradtouren oder mit dem Segway könnt Ihr dieses interessante Gebiet besser kennenlernen.

Interessant sind auch Besuche der Ruinen der Villa dei Quintili und der Park der Aquädukte.

 

Im folgenden Video findet Ihr ein paar schöne Eindrücke aus dem Park:

Geschichte der Via Appia

Die Via Appia ist eine der Konsolarstraßen. Sie wird auch die Königin der Straßen genannt. Mit Baubeginn 312 v. C. für das erste Teilstück bis Capua wurde sie 190 v. C. bis Brindisi fertiggestellt. Von dort schifften sich die Reisenden, Kaufleute und Truppen nach Griechenland und zu anderen Destinationen des Mittelmeerraumes ein. Sie wurde traurig berühmt durch die Kreuzigung von 6.000 Anhängern des Spartacus zwischen Rom und Capua.

Nach dem Untergang des weströmischen Reichs im 5. Jahrhundert wurde die Straße nicht mehr systematisch gepflegt, sie konnte aber im Mittelalter noch von den Kreuzfahrern genutzt werden.

Kurze Geschichte der Katakomben in Rom

Katakomben in Rom
Katakomben in Rom

Katakomben gehen auf eine vorchristlich italische Tradition zurück.

Während im antiken Rom die Toten in Totenstädten oder Gräberfeldern (Nekropolen) entlang der Zufahrtsstraßen außerhalb der Stadtmauern bestattet wurden, setzte sich in den ersten Jahrhunderten nach Christus die unterirdische Bestattung durch. Da die Landpreise hoch waren, wurde in die Tiefe gegraben und es wurden Katakomben angelegt, in denen nicht nur die Toten beigesetzt wurden; es wurden auch Zerimonien abgehalten und die Hersteller der Sarkophage hatten dort ihre Werkstätten.

Christen und Juden wurde zunächst von Privatpersonen Platz für Bestattungen zur Verfügung gestellt. Der reichte bald nicht mehr aus und dann kamen die Gebeine in Katakomben, die nach und nach entstanden. Sie gehörten zunächst Begräbnisvereinen, später wurden sie Anlagen öffentlichen Rechts.

Die Katakomben in Rom wurden bis ins 5. Jahrhundert als Friedhöfe verwendet und dienten bis zum Ende des 8. Jahrhunderts als Ort der Verehrung der Märtyrer.

Mit dem Einfall der Goten und Langobarden in Italien waren die Gebeine der Märtyrer und Heiligen in den Katakomben nicht mehr sicher und wurden darum in Kirchen überführt.

Die römischen Katakomben wurden in der Folge vergessen und erst ab dem 15. Jahrhundert wiederentdeckt. Hierbei kam es zu einem sehr einträglichen Reliquienhandel, wobei in den Katakomben gefundene Gebeine in die ganze Welt verkauft wurden.


 
 
 
 
 
 
 

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Letzte Änderung Okt 8, 2017 @ 00:10

Tourist in Rom